Project Quick Facts
Ein kleiner Club mit großem Herz #
Manche der besten Veranstaltungsorte einer Stadt sind nicht unbedingt die größten. Dieser Club liegt mitten im Herzen von Bratislava – ein kompakter Raum mit echter Persönlichkeit. Der Kunde verfügte bereits über eine solide Lichtanlage: Moving Heads, Laser, herkömmliche Leuchten. Doch man wollte noch einen Schritt weiter gehen. Die Wände sollten selbst leuchten und Teil der Show werden.
Unsere Aufgabe bestand darin, eine neue Ebene der Pixel-LED-Installation hinzuzufügen – architektonische LED-Streifen, die direkt in die Struktur eingebaut wurden – und alles zu einem einheitlichen visuellen Erlebnis zu verbinden, das in Echtzeit auf die Musik reagiert.
Das Design: Versenkte Aluminiumprofile in Gipskartonplatten #
Der Kunde hatte eine klare Vision: modern, minimalistisch und klar. Keine sperrigen Leuchten, keine sichtbaren Befestigungen. Die Lösung bestand darin, Aluminium-LED-Montageprofile in eine neue Schicht aus Gipskartonplatten zu versenken, die über die bestehenden Wände angebracht wurden. Von außen sieht man eine klare, bündige Oberfläche. Das Licht scheint direkt aus der Wand selbst zu kommen.
Hier wurde es technisch anspruchsvoll. Die Trockenbauplatten sind nur 15 mm dick – das lässt nicht viel Platz für ein Standardprofil. Wir entschieden uns für ein 12-mm-Aluminiumprofil in Kombination mit COB-Pixelstreifen. COB-Streifen sind ideal für beengte Einbausituationen wie diese: Selbst ohne den empfohlenen Abstand von 30 mm zwischen den LEDs und dem Diffusor sind keine einzelnen Hotspots oder Punkte sichtbar. Das Licht strahlt gleichmäßig und harmonisch aus. Die Pixeldichte beträgt 20 Pixel pro Meter, was eine ausreichende Auflösung für flüssige, detailreiche Animationen über die gesamte Fläche bietet. Für noch bessere Ergebnisse kann man eine höhere Auflösung wählen, was jedoch mit höheren Kosten verbunden ist.
Die eigentliche Herausforderung: Ein altes Gebäude #
Die Arbeit in einem historischen Gebäude klingt romantisch – bis man das Maßband zückt.
In diesem Gebäude verläuft keine Wand perfekt gerade, und keine zwei Platten haben die gleiche Größe. Man kann die Platten einfach nicht in der Werkstatt zuschneiden und erwarten, dass sie passen. Deshalb haben wir einen maßgeschneiderten Arbeitsablauf entwickelt: Wir haben jeden Abschnitt vor Ort präzise vermessen, jede Gipskartonplatte auf ihre exakten Maße zugeschnitten und sie erst dann in unsere Werkstatt gebracht, um die LED-Kanäle einzufräsen. Jede Platte war ein Unikat. Jeder Kanal musste zum geplanten Design passen – ein klares, geometrisches Muster, das mit der Architektur harmoniert, anstatt ihr zu widersprechen.
Das Fräsen selbst musste präzise erfolgen. Die Kanäle mussten die 12-mm-Aluminiumprofile bündig mit der Plattenoberfläche aufnehmen, damit nach dem Streichen alles so aussieht, als wäre es schon immer dort gewesen.
Die gesamte LED-Pixel-Installation – Herstellung der Gipskartonplatten, Fräsen der Kanäle, Anbringen der Profile, Montage der COB-Streifen und die gesamte Verkabelung – dauerte vor Ort fünf Tage.
Programmierung der Effekte mit LSS3 #
Nachdem die Hardware fertig war, folgte die Programmierung. Wir nutzten LED Strip Studio (LSS3), um alle Effekte zu erstellen und das Pixel-Layout im Raum abzubilden. Die adressierbaren LED-Streifen wurden als 2D-Pixel-Layout abgebildet, sodass wir Effekte ausführen konnten, die wie auf einer einzigen durchgehenden Leinwand über die Wände fließen.
Alle Effekte wurden mit der vorhandenen Lichtanlage synchronisiert – einschließlich Moving Heads und Lasern. Das Ziel war eine einzige Show, nicht mehrere parallel laufende Systeme.
Der Kunde hatte einen konkreten Wunsch: Er wollte die Spektrogramm-Funktion in LSS3. Dabei handelt es sich um eine integrierte Funktion der LED-Pixel-Mapping-Software, die eine Live-Audioquelle abhört und automatisch Lichtanimationen als Reaktion auf die abgespielte Musik generiert – eine musikgesteuerte Lichtshow in Echtzeit. Jeder Beat, jeder Bass-Drop, jeder Breakdown wird in Bewegung und Farbe an den Wänden umgesetzt.
Damit dies funktionierte, benötigten wir ein sauberes Audiosignal vom DJ-Setup. Der Club verwendet ein Pioneer XDJ-XZ-Mischpult, das über mehrere Audioausgänge verfügt. Nach einigen Tests erwies sich der Booth-Ausgang als die beste Wahl – stabil, sauber und Nacht für Nacht zuverlässig. Er wird direkt in die LSS3-Software eingespeist und steuert das Spektrogramm ohne Probleme an.
Das Ergebnis #
Der fertige Raum wirkt völlig anders als zuvor. Die Pixelstreifen tauchen die Wände in Farben, die auf jeden Beat und jede Stimmung der Musik reagieren. In Kombination mit den Moving Heads und Lasern wird der Raum zu einem einzigen visuellen System – nicht nur an der Decke montierte Lichter, sondern eine Umgebung, die sich mit der Musik bewegt und atmet.
Kleiner Club, großes Herz – und jetzt eine professionelle LED-Installation, die dazu passt.
Häufig gestellte Fragen #
Wie synchronisiert man LED-Streifen in einer Clubumgebung mit der Musik?
Am einfachsten ist es, die Spektrogramm-Funktion in LED Strip Studio (LSS3) zu nutzen. Das Programm hört einen Live-Audioeingang ab – in diesem Fall den „Booth“-Ausgang eines Pioneer XDJ-XZ – und generiert automatisch Lichtanimationen, die in Echtzeit auf den Klang reagieren. Es ist keine manuelle Programmierung für jeden einzelnen Song erforderlich; das System reagiert dynamisch auf alles, was gerade abgespielt wird.
Was ist ein COB-Pixelstreifen und warum sollte man ihn bei einem schmalen Profil verwenden?
COB steht für „Chip on Board“. Bei einem COB-Pixelstreifen sind die LED-Chips viel dichter beieinander angeordnet, was eine gleichmäßigere, kontinuierlichere Lichtlinie erzeugt. Der entscheidende Vorteil für versenkte Profile besteht darin, dass selbst dann, wenn der Abstand zwischen den LEDs und dem Diffusor geringer ist als die empfohlene Standardweite von 30 mm, keine einzelnen Punkte sichtbar sind. Damit sind COB-Streifen die richtige Wahl, wenn Sie mit dünnen Gipskartonplatten und schmalen 12-mm-Aluminiumprofilen arbeiten.
Wie montiert man LED-Streifen in Gipskartonplatten, wenn diese nur 15 mm dick sind?
Sie benötigen ein schlankes Profil, das in die Plattendicke passt. In diesem Projekt haben wir ein 12-mm-Aluminiumprofil verwendet, das in gefräste Nuten in 15-mm-Trockenbauplatten eingelassen wurde. Die Nuten sind auf die exakte Tiefe gefräst, sodass das Profil bündig mit der Plattenoberfläche abschließt. Nach dem Streichen ist die Installation völlig unauffällig – das einzige sichtbare Element ist das diffuse Licht, das von der Wand ausgeht.
Wie geht man bei der LED-Installation in einem alten Gebäude mit unebenen Wänden vor?
Man kann nicht einfach alles in der Werkstatt auf Standardmaße zuschneiden und erwarten, dass es passt. Der richtige Ansatz besteht darin, jeden Abschnitt vor Ort einzeln zu vermessen, die Platten passend zum tatsächlichen Raum zuzuschneiden und sie dann zum Fräsen in die Werkstatt zu bringen. Das dauert zwar länger als eine Standardinstallation, ist aber der einzige Weg, um saubere Ergebnisse in einem Gebäude zu erzielen, in dem keine zwei Wände gleich sind.
Was ist die beste LED-Pixel-Mapping-Software für Installationen in Clubs?
LED Strip Studio (LSS3) ist eine gute Wahl für Clubumgebungen. Sie unterstützt 2D-Pixel-Mapping, Echtzeit-Effekte, zeitachsenbasierte Showprogrammierung und Funktionen wie das Spektrogramm für musikreaktive Live-Beleuchtung. Außerdem unterstützt sie Art-Net- und SPI-Ausgabe, was die Integration in bestehende Beleuchtungssysteme und Steuerungen verschiedener Hersteller erleichtert.
Wie viele Pixel pro Meter benötigt man für flüssige LED-Wand-Effekte?
Bei versenkten Wandprofilen, bei denen der Diffusor nahe an den LEDs liegt, sorgt eine Dichte von 20 Pixeln pro Meter für flüssige, harmonische Animationen ohne sichtbare Abstufungen zwischen den Pixeln. Bei dieser Dichte und in Kombination mit einem COB-Streifen verschmilzt das Licht auch bei geringen Abständen zum Diffusor gut. Bei größeren Betrachtungsabständen oder großflächigen Installationen können auch geringere Dichten gut funktionieren – für architektonische Details aus nächster Nähe sind jedoch 20 px/m ein solider Richtwert.